Das AIDS-assoziierte Lymphom ist eine Lymphomart, die sich infolge einer durch die HIV-Infektion verursachten schwerwiegenden Schwächung des Immunsystems entwickelt. Ein Lymphom ist eine Krebserkrankung, die durch die unkontrollierte Vermehrung von Lymphozyten entsteht — einer der wichtigsten Zelltypen des Immunsystems.
Warum erhöht HIV/AIDS das Lymphomrisiko?
In einem gesunden Immunsystem halten T-Zellen die abnorme Zellvermehrung unter Kontrolle. Wenn HIV diese Zellen zerstört, lässt die Immunüberwachung nach, was den Körper gegenüber Krebszellen angreifbar macht. Darüber hinaus können onkogene Viren, die häufig gemeinsam mit einer HIV-Infektion auftreten — wie das Epstein-Barr-Virus (EBV) und HHV-8 — die Lymphomentstehung begünstigen.
Wichtigste Typen
Diffuses großzelliges B-Zell-Lymphom (DLBCL) ist der häufigste Typ. Obwohl es einen aggressiven Verlauf zeigt, kann es auf eine Behandlung ansprechen.
Burkitt-Lymphom ist ein extrem schnell wachsendes, hochgradiges Lymphom mit einer starken Assoziation zu EBV. Es erfordert eine intensive Chemotherapie.
Primäres ZNS-Lymphom (PCNSL) ist eine schwere Form, die Gehirn und Rückenmark befällt und bei Patienten mit sehr niedrigen CD4-Zahlen auftritt. Es ist nahezu ausnahmslos EBV-positiv.
Primäres Ergusslymphom (PEL) ist eine seltene Form, die durch Flüssigkeitsansammlungen in der Pleura-, Peritoneal- oder Perikardialhhöhle gekennzeichnet ist. Es ist mit HHV-8 assoziiert.
Plasmablastisches Lymphom ist eine aggressive Form mit plasmazytären Eigenschaften, die häufig die Mundhöhle befällt.
Symptome
Obwohl das Symptombild je nach Typ und Befall unterschiedlich ist, sind häufig anzutreffende Befunde: „B-Symptome“ — Nachtschweiß, Fieber und Gewichtsverlust —, vergrößerte Lymphknoten am Hals, in den Achselhöhlen oder in der Leiste, Bauchschmerzen oder -schwellung, neurologische Symptome (beim PCNSL) sowie allgemeines Unwohlsein und Erschöpfung.
Diagnose
Eine Biopsie ist für die Diagnose unerlässlich. Darüber hinaus erfolgt die Stadienbestimmung mittels Computertomographie (CT) oder PET-CT, CD4-Zahl und HIV-Viruslast werden gemessen, und eine Knochenmarkbiopsie kann in die Bewertung einbezogen werden.
Behandlung
Die Behandlung stützt sich auf zwei grundlegende Säulen.
Antiretrovirale Therapie (ART) muss aufrechterhalten werden, um das Immunsystem zu stärken und HIV zu unterdrücken. Die Anwendung von ART steigert die Wirksamkeit der Lymphombehandlung unmittelbar.
Chemotherapie: Das am häufigsten verwendete Schema ist R-CHOP (Rituximab, Cyclophosphamid, Doxorubicin, Vincristin, Prednison). Beim Burkitt-Lymphom kommen intensivere Protokolle zum Einsatz. Beim PCNSL können Methotrexat-basierte Schemata und Strahlentherapie in Betracht gezogen werden.
Prognose
Bevor ART weit verbreitet war, war die Prognose bei AIDS-assoziierten Lymphomen äußerst schlecht. Heute ermöglicht eine wirksame ART eine bessere Erhaltung der Immunfunktion, verbessert die Verträglichkeit der Chemotherapie und hat zu deutlich besseren Überlebensraten geführt. Dennoch variiert die Prognose erheblich je nach Lymphomtyp, Stadium, CD4-Zahl und dem Allgemeinzustand des Patienten.
Dieser Inhalt dient ausschließlich Informationszwecken. Für jede Diagnose- oder Behandlungsentscheidung sollte stets ein Arzt aufgesucht werden.